APT Basilicata

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Basilicata turistica

Archäologie

Von der Adria, dem tyrrhenischen, dem Jonischen Meer bzw. vom Apennin her haben viele Kulturen Lukanien erreicht und seit der Frühgeschichte immer irgendetwas hinterlassen. Aus dem unteren Paläolithikum hat man in der Nähe von Venosa Spuren des Homo Abilis und Materialien seiner Kultur (Steinzeit) entdeckt, Steinarbeiten des klakthonianischen Typs (letzterer hat sich nach dem Typ von Venosa entwickelt). Andere Zeugnisse des unteren Paläolithikum sind in der ganzen Basilikata verstreut: zahlreiche Zweigesichter im „Valle del Bradano“ und in der „Grotta dei Pipistrelli“ (Fledermaushöhle) in der Nähe von Matera bzw. denen der „Valli di Vitalba“ und von Atella und ebenso in der Nähe von Accettura, Tricarico und Muro Lucano. Die Fledermaushöhle und die Höhlen von Fiumicello längs der tyrrhenischen Küste haben Spuren des mittleren Paläolithikums geliefert, die auch im Metapontino vorhanden sind. Steinarbeiten des oberen Paläolithikums (Felssteine mit eingelagerten geometrischen Mustern) gibt es in der Grotte „Funeraria“ und in der Grotta dei Pipistrelli in Matera. Es handelt sich um die neuere Vorgeschichte als die Neandertaler ausstarben (vor 35 000 Jahre) und vom Mittleren Osten der Cro-Magnon Mensch in Europa eintraf, der der Kultur des Steinschneidens einen künstlerischen Ausdruck gab (vgl. die Grotte Tuppo U Sassi in Filiano). Hier wurde im Jahre 1965 ein Fund unter dem Fels mit mesolithischen Arbeiten bzw. wichtigen Felsmalereien entdeckt, die Fangszenen oder einfache Hirsche in einer, der iberischen eng verwandten, Vegetation zeigen. Nach den Eiszeiten begünstigten die stabilen Klimabedingungen eine kollektive Organisation mit Viehzucht und Ackerbau. Im Neolithikum entsteht die Web- und Töpferkunst; letztere vor allem in den Formen von Matera/Capri (ein mit zwei oder drei Farben bemalter Ton) und in den bekannteren von Serra d'Alto (roh gebrannt und fein punktiert oder bemalt mit Bändern und Spiralen). Obwohl die Grotten auch weiterhin bewohnt wurden, verzeichnet man gerade im Neolithikum eine sehr starke Entwicklung der Palisadendörfer in der Serra d'Alto, Tirlecchia, Murgecchia und Murgia Timone auf der Murgia von Materana sowie im Melfese in Rendina. Es sind Ansiedlungen von Hütten, die durch tiefe, in den Fels und in der Umgebung von Wasserquellen gegrabene Gräben geschützt werden.

Mit dem Chalkolithikum, das Vergleiche der Kultur des Gaudo in der Grotte von Latronico mit den neuen Metalltechnologien der ägyptisch-türkischen Gruppen erlaubt, bekommt die Region jene Rolle der Begegnung/des Zusammenstosses zwischen den Kulturen, die sich in der Geschichte im weiteren Verlauf fortsetzt; sicher ist die minoisch-mykenische Frequentation längs der jonischen Küste, die die Legende als Landungsplatz der Helden der troianischen Sage ausgibt. Die apenninische Kultur in der Bronzezeit ist durch ein transhumantes Hirtentum gekennzeichnet. Die Region weist zwei getrennte Gebiete gemäß den Beerdigungsritualen auf: auf dem Rücken liegend (Bestattungen in Aliano und Chiaromonte) oder hockend (Nekropolen von Incoronata von Pisticci und S. Maria di Angola). Aus der späten Bronzezeit stammen die Funde von Timmari ähnlich der Urnenfelder, die typisch für eine Protovillanova-Kultur - bekannter für den mittleren Norden - von Italien sind. Die Eisenzeit in der Basilikata wird durch die Ankunft eines neuen Volkes, der „Liky“, eingeläutet, die 1300-1200 v.Chr. aus den anatolischen Regionen kommen und im Süden von Ofanto zwischen dem Bradano und dem Basento sesshaft werden. Dies ist in der Tat der Augenblick, in dem man die Bildung echter Wohnzentren auf den Anhöhen zur Beherrschung der Täler wie auf dem Monte Torretta di Pietragalla, dem Monte Croccia oder auch in Serra di Vaglio beobachten kann. Hier wird eine Organisation demokratischer Natur bedingt, die sich aus freien, dem Kunsthandwerk und Ackerbau verpflichteten Individuen, zusammensetzt, die gleichrangig das Land und die Verteidigung der Gemeinschaft teilten. Es gibt keinen sozialen Unterschied und im Falle eines Krieges ist der Basileus der politisch-militärische Anführer der zusammengeschlossenen Stämme. In der Zwischenzeit bereiteten die ersten Kontakte mit monoitisch-mykenischer Seefahrern, Händlern oder Handwerkern längs der Küsten mit den autochtonen Bevölkerungen (Enotrer, Choner, Morgeter, Italer bzw. Sikuler) die massive Kolonisierung vor, die man mit dem Beginn des 8. Jahrhundert v.Chr. hatte. An den Quellen der Flüsse und in der fruchtbaren Ebene gründeten die Griechen die kolonialistischen „poleis“ mit der verfeinerten Kultur der Magna Graecia. Dabei stechen durch ihr Ansehen die Kolonien von Metaponto, Siris, Heraclea und Pandosia hervor: ihre Landwirtschaft, die sich vorzugsweise auf Getreide stützt, ist so reich und blühend, dass die Ähre auf der Münze von Metaponto ist. Die Fähigkeit zur Organisation landwirtschaftlicher Arbeiten ist durch die „Tafeln von Heraclea“ bezeugt, die heute im nationalen archäologischen Museum von Neapel sind. Die Bedeutung der Funde, die in den Museen von Metaponto und Policoro aufbewahrt werden, wird durch die entsprechenden archäologischen Parks bestätigt. Es heben sich noch die fünfzehn Säulen, die von dem antiken Heratempel, der über den Bradano wacht, übrig geblieben sind vom blauen Himmel von Metaponto ab. Man kann urbane Bauten vom heiligen Bereich für Apoll Licio und dem Zuschauerraum des Theaters unterscheiden. In Policoro entstand hinter dem Baronssitz, Siris, die, zerstört von der achäischen Koalition von Metaponto, Crotone und Sibari, die Geburt von Heraclea (433 v.Chr.) erlebte, das sich heute mit regelmäßigen Häuserblocks dem Besucher präsentiert. Auffangbecken und Spuren einer Wasserkanalisation unterscheiden das Handwerkviertel mit den Brennöfen vom Wohnviertel. Die Hellenisierung der inneren Zentren Lukaniens verlief längs der natürlichen Wasserwege: Bradano, Cavone, Agri und Sinni. Viele Zentren beherrschten die Täler, aber allen voran steht Melfi, Knotenpunkt der daunischen und enotrischen Kultur (Kandelaber von Melfi) und mehr noch Serra di Vaglio mit einer Akropolis in strategischer Lage längs der Täler des Basento, Ofanto, Sele zwischen dem jonischen und dem tyrrhenischen Meer. Seine Bedeutung wird unterstrichen durch die Anwesenheit der nahen und in Macchia di Rossano entdeckten Wallfahrtskirche Italico, die der Göttin Mephitis (4. Jahrhundert v. Chr.) geweiht war. Auf dem Monte di Tolve befinden sich Reste der ältesten ländlichen Villa, die bisher in der Basilikata entdeckt worden ist: aus der hellenistischen Periode stammend (4. bis 3. Jahrhundert v.Chr.), besitzt sie eine Anlage mit Innenhof, die im mediterranen Raum und bei den Römern verbreitet ist. Die Ordnung dieser hellenisierten Zentren wird mit der Ankunft der Osker-Samniter sabelischen Ursprungs zerstört; es waren kriegerische Völker auf der Suche nach Weideland und fruchtbaren Böden, die dort vorwärtskommen können, wo der politisch-kulturelle und militärische Einfluss der italienischen Staaten geringer ist. Das neue territoriale Gebiet, das von Sele bis Lao am tyrrhenischen Meer und von Crati am Bradano bis zum jonischen Meer reicht, wird Lukanien genannt und sein Druck auf die Kolonien, die durch innere Gegensätze mitgenommen sind, wird durch letztere nicht entsprechend beantwortet. Ein stolzes Volk, das auch für die Römer in den Samnitischen und Punischen Kriegen wie auch in den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen ein Problem darstellt. Am Beginn des 3. Jahrhunderts v. Chr. gründeten die Römer die Kolonien Venusia und Grumentum: die Via Heruklia verband sie mit der Popilia und Appia. Die Zentren der inneren Gebiete entvölkerten sich: Metaponto und Heraclea reduzierten sich zu einem castrum und einer kleinen Siedlung. Die Römer errichten den Großgrundbesitz, der ein Gebiet kennzeichnen wird, das von vielen ländlichen Villen gefleckt ist und klare Spuren in der Toponomastik der Basilikata hinterlassen. Bekannt ist der von Malvaccaro in Potenza mit herrlichen, kürzlich restaurierten Mosaiken. Vom antiken Venusia kann man noch das Amphitheater, die Thermen und das sog. Haus von Horaz in der heutigen Altstadt von Venosa bewundern. Im archäologischen Park von Grumento sind das Theater, ein „domus“ mit Mosaiken und eines der ältesten römischen Amphitheater Italiens erhalten. Die Küste von Maratea wurde, insbesondere in der römischen Epoche, häufig frequentiert, wie die durch Ergebnisse von Unter Wasserforschung stimulierten Funde von Civita di Rivello, Fiumara di Castrocucco, Capo la Secca und Santavenere dokumentieren. Bei Castrocucco und der kleinen Insel von Santo lanni wurden eine Menge Transportamphoren, Anker, zwei „villae maritimae“ und blaue Tongefäße für die Produktion von Garum wiederentdeckt.

 

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