APT Basilicata

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Basilicata turistica

Das Handwerk

Auskünfte erteilt:

Industrie- und Handelskammer
(Chamber of Commerce, Industry and Handicrafts)

Potenza
Corso 18 Agosto, 34 - 85100 - Tel. 0971/412111

Matera
Via Lucana, 82- 75100 - Tel. 0835/2471 - Fax 330614

In der Basilikata senken sich die Wurzeln des Handwerks bis in die bäuerische Schäferkultur: erhalten seine grundsätzliche Charakteristiken auch im modernsten Ausdruck. Die Objekte der handwerklichen Tradition von Lukanien wurden meist – abgesehen von einem natürlichen ästhetischen Bedürfnis – dazu hergestellt, auch die ganz normalen Bedürfnisse des alltäglichen Lebens zu befriedigen. Die Materialien für die Formen und Objekte sind mit Ausnahme der Metalle, immer diejenigen, die die Natur vor Ort liefert, Holz, Ton, Tuff, Pappmache, Textilfasern, Stroh und Weide. Das Holz, das überall in der Region benutzt wird, ist ganz verschiedener Natur: Kastanie, Eiche, Fichte, Kirsche und die weniger gebräuchliche Birne. Die Objekte entstehen durch eine geduldige Schnitzarbeit und zeigen vorzugsweise Themen aus dem Hirtenleben oder Figuren aus der Geschichte. Schöpfkellen, Vorlegegabeln, Stöcke und Stempel für das Brot haben auf ihren Griffen Persönlichkeiten in traditionellen Kostümen, weibliche Figuren, bärtige Räuber, Carabinieri aus dem 19. Jahrhundert und Tiere. Aus Holz sind auch die Utensilien zur Herstellung von Nudeln und Brot, die Fässchen für Wasser und Wein, die handgearbeiteten Hackbretter zum Schneiden von Käse und Salami, Schachteln, Dosen, Teller und Mörser. Besonders in Matera wird die Kunsttischlerei durch die Herstellung oder Restauration von Intarsienmöbeln wiederaufgenommen. Holz wird vor allem in Avigliano, Pietrapertosa, S. Giorgio Lucano, Stigliano, Francavilla in Sinni, Terranova di Pollino und Viggianello bearbeitet. Besondere Erwähnung verdient Forenza, wo fähige Handwerker rustikale Möbel herstellen und dazu Scharniere und Einspannungen verwenden. Der Ton, ein Material, an dem die Region reich ist, wird für die Produktion von Kacheln, Porzellan und Keramik aus wertvoller Handarbeit verwendet. Teller, Becher, „cucumi“, Amphoren, kleine Krüge und Broschen sind die gebräuchlichsten Motive, aber auch Vasen und Behälter für Kräuter und Lichter. Die berühmtesten Produktionsgebiete sind: Grottole, Policoro, Melfi, Venosa, Rionero in Vulture, Matera. In letzterem Ort wird besonders die Produktion bebilderter Teller sowie handbemalte Terracottakrippen und -pfeifen gepflegt; letztere werden auch „Kuckuck“ genannt. Ebenfalls in Matera bereichern das Pappmache und der Tuff das künstlerische Panorama des Handwerks. Die Krippen aus diesem Material, die Christi Geburt in die historischen Viertel der 'Sassi' verlegen und - auch das ein religiöses Motiv - der Triumphwagen der Bruna (Pappmache auf Holz) für das Fest am 2 Juli sind echte Kunstwerke. Aus Tuff ist dagegen die Produktionen von Tischen, Schornsteinen, Lampen und Skulpturen, die sich an den Motiven der kulturell-geschichtlichen Tradition inspirieren und meist Einrichtungsgegenstände bzw. architektonischer Feinarbeiten sind. Stroh und Weide finden ihre größte Verwendung in Maratea, wo man Flechtkörbe mit Deckel, Körbe, „Spase“ zum Trocknen der hausgemachten Nudeln sowie Binsenhalme für Ricotta und Käse, aber auch Körbe, Taschen und andere Objekte flechtet. Die gleichen Materialien werden auch in Francavilla in Sinni, Accettura, Ruoti, Avigliano und Venosa bearbeitet. Die Strohsitze produziert man meisterhaft in Spinoso, Abriola und Francavilla in Sinni. Der große Vorrat an Schafwolle hat die Entwicklung einer Kunstweberei von Teppichen begünstigt. Es gibt zwei angewendete Techniken: die des „Knüpfteppichs“, die in Avigliano angewendet wird bzw. die des „Kilimteppichs“ in Savoia di Lucania. In Avigliano werden außerdem noch die berühmte traditionelle Kleidung gewebt, wie in der albanischen Gemeinde von Pollino, San Paolo Albanese, S. Costantino Albanese und Cersosimo, wo man noch mit alten Geräten wie Spulen, Spinnrocken, Spinner und Webstühlen arbeitet. Was die Kleider von Avigliano betrifft, soll noch auf die Tatsache hingewiesen werden, dass eines eigens für die Königin von England hergestellt wurde. Das Sticken und das Spitzenklöppeln sind noch Tätigkeiten, die in der ganzen Region ausgeübt werden. Die Kunst der Metallbearbeitung ist immer noch sehr verbreitet. Schmiedearbeiten gibt es in Corleto Perticara, Rapone, Rivello, Avigliano, Sasso di Castalda, Potenza und Matera (z.B. Kamingeräte, Geländer und Eisenbore). In Stigliano stellt man in Messing patinierte und bemalte Kuhglocken her. In Trecchina und Cancellera bearbeitet man Blech für die Herstellung von Küchengeräten. Kupfer wird in Rivello, Potenza, Tricarico und S. Angelo Le Fratte bearbeitet. In Matera gibt es auch einen fähigen Goldschmied, der Gold mit antiken und modernen Techniken bearbeitet und auf Anfrage der Kunden oder nach einer Zeichnung von ihm selbst Schmuck herstellt. Für die Anhänger von Musikinstrumenten enthüllt ein Besuch in Viggiano die Geheimnisse der diatonischen Harfe, genannt „viggianesische Harfe“', einem uralten Instrument, während in S. Paolo Albanese der Dudelsack gebaut wird.


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