APT Basilicata

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Basilicata turistica

Das Kunstprofil

Eine ohne Zweifel faszinierende Reise ist die durch die kunstgeschichtliche Vergangenheit der Basilikata. Mehr als anderswo erklärt hier die Geschichte die Kunst und erzählt die Kunst die Geschichte der Region. Heiß umkämpft zwischen Orient und Okzident hat sie seit dem Betreten der Region durch den Menschen hohe künstlerische Momente erlebt. Verwüstungen oder Raub, Erdrutsche, Erdbeben oder auch Vergessenheit sind die Tribute, die das künstlerische Erbe Lukaniens an die Geschichte zahlen musste und die keine organische Analyse zulassen. Dieses ebenso kostbares wie abwechslungsreiches Erbe, hat immer schon aus dem Kunsthandwerk geschöpft, und sich jede Strömung bzw. jede Kultur mit denen sie in Kontakt kam zu eigen gemacht. Das Tonmaterial, das in den Museen der Region gesammelt ist, enthüllt eine große Tradition in der Bearbeitung des Lehms, an dem die Region reich ist; man denke nur an die neolithische Kultur von Serra d'Alto und ihren Tonwaren mit geritzten oder gemalten Spiralen, Dreiecken oder ausgemalte Rauten aus brauner Farbe, oder an den Glanz der griechischen Kolonien, die mit echten Brennöfen und Dekorationsschulen mit den Malern von Pisticci und Policoro ausgestattet waren. Man denke auch an die römische Periode mit den Bodenmosaiken oder dem herrlichen Sarkophag von Rapolla aus dem 2. Jh. v.Chr., ein Phänomens der importierten Kunst, da er aus Kleinasien stammt. Die importierte Kunst wird dann typisch in der feudalistischen Epoche und setzt sich im 17. Jahrhundert fort. Von den Goten ist uns heute der antike „Pietra Pagana“ (Pescopagano) geblieben, an dem man Idolen und Inschriften entdeckt hat, die dem Gott Silvano gewidmet sind. Dann hat es neue kulturelle Impulse durch die Ausbreitung des griechisch-orientalen Mönchtums bis zum 7. Jh. gegeben und in diesem Zusammenhang natürlich durch das Mittelalter als in Lukanien die Mönche eintreffen, die nach den Regeln des S. Basilio leben. Auf der Flucht vor der ikonoklastischen Verfolgung und der Ausbreitung der arabischen Völker sowie beseelt von dem Bedürfnis nach einem kontemplativen Leben, bauten sie zahlreiche Einsiedeleien, Lauren und Klöster vor allem auf der Murgia von Matera und im Innern besagter Stadt. Die gemeißelte Architektur im Negativ und die Wandmalerei in Form von Fresken haben keinen geringen Einfluss auf die künstlerischen Arbeiten des Materano, in dem es die höchste Konzentration von Felskirchen (155 bis heute ermittelte) gibt. Mit den Fresken der Cripta del Peccato Originale in Matera lässt man gewöhnlich die Kunstgeschichte in der Basilikata beginnen. Mit dem normannisch-staufischen Mittelalter hat man in der Basilikata vor allem imponierende Festungswerke. Grafen und Barone erweitern bereits existierende longobardische und byzantinische Befestigungen oder bauen neue Festungen und Burgen: grundlegend sind die friderizianischen von Melfi, Lagopesole und Palazzo S. Gervasio. Auch im religiösen Bereich besitzt man greifbare Zeichen künstlerischer Lebendigkeit. Es entstehen die neuen benediktinischen Ansiedlungen und neue Künstler werden gerufen, sie zu leiten und zu dekorieren: Sarolo da Muro, Melchiorre da Montalbano, Noslo di Remerio, Mele da Stigliano. Dem Römischen zuzuschreiben sind u.a.: die Abtei „della SS. Trinità“ von Venosa, die Kathedrale von Acerenza, der Campanile der Kathedrale von Melfi, S. Maria di Anglona, die Kathedrale von Matera und die von Rapolla sowie der Dom in Atella. Aus der Zeit des Hauses Anjou stammen die Fresken der Trinità von Venosa und der Felskirchen von „S. Maria della Valle“ in Matera, von „S. Antuono“ in Oppido Lucano, von S. Lucia in Rapolla und von S. Margherita in Melfi. Man fährt fort in den Felskirchen zu malen, aber die Verbreitung gegen Ende des 13. Jh. der Franziskaner und der Fresken ihrer Kirchen stellten eine neue innovative Ader der lukanischen Kunst dar (Krypta von S. Francesco in Irsina). Der Krise des Königreichs Neapel wird nur mit einem hohen steuerlicher Druck entgegnet und das Gebiet zerbricht in den Händen der Feudalherren in kleine Staaten; letztere bauen Burgen und passen sie an die zuvor existierenden an: imponierend sind die von Melfi, Miglionico, Valsinni, Episcopia. Übriggebliebene Türme gibt es heute noch in S. Mauro Porte und in Picerno, aber schön sind auch die Burgen von Moliterno, Brienza, Cancellara und Lavello. Einige sind baufällig, andere sind nur noch schlicht Ruinen, dennoch bilden sie zusammen mit ganzen verlassenen Zentren wie Craco, ländliche Umgebungen, die die Landschaft kennzeichnen und ihr eine an Erinnerungen reiche Atmosphäre verleihen. Mit den Aragonern besitzt man eine weitere Festung, was die tyrrhenische und jonische Küste betrifft. Aus der Epoche der Aragoner stammen die Burgen von Venosa, Matera und Bernalda. In der Bildhauerei hat man die wertvollen durazzeskischen Portale von S. Francesco in Potenza und von S. Antonio in Tricarico, sowie die katalanischen Anklänge auf dem Portal des Konvents der minoritischen Observanten in Rivello. In der Kathedrale von Matera mit der Steinkrippe von Altobello Persio (1534) und mit der „Cappella dell'Annunciazione“ seines Sohns Giulio setzt sich endlich das 16. Jahrhundert und das adriatische Echo auf die Renaissance durch. Wichtige Hinweise auf die Renaissance gibt es in der Abtei von S. Michele Arcangelo in Montescaglioso bzw. auf den mit Fresken ausgestatteten Säulen von S. Donato in Ripacandida. Das Phänomen der importierten Kunst und der Imitation gewinnt an Kraft: repräsentativ hierfür ist der Flügelaltar von Cima von Conegliano, der in der Kirche von S. Francesco in Miglionico erhalten ist. Ebenso tauchen lokale Maler wie Giovanni de Gregorio, genannt il Pietrafesa, und die Brüder Antonio und Costantino Costabile auf. Das Kloster von S. Maria di Orsoleo besitzt im Kreuzgang die Fresken von Giovanni Todisco von Abriola (eine zentrale Figur des 16. Jahrhunderts in Lukanien). Eine neue Generation von Feudalherren baute neue Residenzen: der „Palazzo Pignatelli“ in Marsico Nuovo und der „Palazzo Ducale“ in Tricarico sind nur einige Beispiele. Dem lukanischen Barock ist nicht nur durch die neuen Herren eine ausgedehnte kulturelle Wiederbelebung zu verdanken, wenn man die Verbreitung von prächtigen Portalen sieht. In Matera ist der Palazzo Lanfranchi der Pol für die urbane Ausbreitung mit dem die „Chiesa del Purgatorio“ und der Konvent der Klarissinnen von S. Chiara vergleichbar sind. Eine künstlerische Synthese vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert wird repräsentiert durch die befestigten Gehöfte: sie entstanden auf klösterlichen Ansiedlungen und in der Nähe von Orten der Transhumanz. Unter den vielen soll an das befestigte Gehöft von S. Basilio in Pisticci und an das herrschaftliche Gehöft von Scanzano Jonico erinnert werden. Diskutierbare Werke oder Neubearbeitungen aus zeitgenössischer Zeit wechseln sich mit Reliefwerken wie die Kirche des ländlichen Viertels „La Martella“ von Ludovico Quaroni ab. Wichtige zeitgenössische Künstler sind Joseph Stella, Luigi Guerricchio, aber auch viele andere.

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